13.08.2026
Interview Deutschlandfunk Nova (Unboxing News): Smart Glasses – Was wir gegen heimliche Aufnahmen tun können

Smart Glasses sind der neue Aufreger: Brillen, die aussehen wie ein ganz gewöhnliches Modell – aber mit Kamera und Mikrofon an Bord und der Möglichkeit, das Gefilmte in Sekunden ins Netz zu stellen. Ehrlich gesagt war mir schon sofort klar, als die Dinger herauskamen, dass sie einmal interessant werden. Der Podcast steigt mit einem Fall ein, wie er längst kein Einzelfall mehr ist: Eine junge Frau bemerkt erst hinterher, dass ein vermeintlicher Flirt sie heimlich gefilmt und ungefragt auf Instagram gestellt hat. Genau über diese Fragen – was ist erlaubt, was ist strafbar, und was können Betroffene tun – durfte ich mit Moderatorin Ilka Knigge im täglichen Nachrichten-Podcast „Unboxing News" von Deutschlandfunk Nova sprechen.

Anlass ist u.a. sicher auch die angesprochene aktuelle Strafanzeige von HateAid: Laut der Organisation richtet sie sich gegen die Geschäftsführungen von Meta Platforms Technologies Ireland Limited, Ray-Ban und Oakley aber auch der Optik-Handelsketten Fielmann, Apollo-Optik, Mister Spex und MediaMarkt. Gestützt wird sie auf das Verbot getarnter Aufnahmegeräte …

Im Gespräch war mir vor allem eine Unterscheidung wichtig, die gern durcheinandergerät: „zivilrechtlich unzulässig" und strafbar sind zwei paar Schuhe. Wer erkennbare Menschen ungefragt filmt und veröffentlicht, verletzt regelmäßig deren Recht am eigenen Bild – strafbar ist das aber längst nicht immer. Abmahnung und einstweilige Verfügung sind oft der schnellere und schärfere Hebel. Ein pauschales Verbot solcher Brillen halte ich dagegen für den falschen Weg – anders als beim getarnten Spionage-Kugelschreiber gibt es hier unzählige völlig legale Nutzungsmöglichkeiten, und wenn alle Beteiligten einverstanden sind, ist gegen solche Aufnahmen natürlich auch überhaupt nichts zu sagen.

Auch die naheliegende Frage, ob die Ray-Ban Meta Smart Glasses ein nach § 8 TDDDG verbotenes „getarntes" Aufnahmegerät sind, sehe ich kritisch: Entscheidend ist nicht nur, ob ein Missbrauch möglich ist (das ist er bei fast jeder Kamera oder auch jedem Smartphone), sondern ob das Produkt seinem Konzept nach auf heimliche Aufnahmen ausgerichtet ist - wir sagen nicht nur geeignet sondern auch dazu bestimmt. Das ist aus meiner Sicht einfach nicht der Fall. Der Ruf nach schärferen Gesetzen ist immer schnell da – ich finde, wir haben eigentlich gute Regeln dem Missbrauch entgegenzutreten.

Die ganze Folge „Smart Glasses – Was wir gegen heimliche Aufnahmen tun können" kann man in der ARD Audiothek „Sounds" nachhören, ich füge unten auch den Link zu Deutschlandfunk und - wie gewohnt- auch einen Ausschnitt aus meinem Gespräch ein. Wie immer bin ich für Feedback dankbar – in so einem Radiointerview kann man nicht alles abbilden. 

Die Hintergründe und alle einschlägigen Paragrafen habe ich ausführlich in unserem Beitrag „Smartglasses: Wenn die Brille heimlich mitfilmt" bei aufrecht.de zusammengefasst,.


Audio anhören


Weiterführender Link:
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/heimlich-gefilmt-sollten-smart-glasses-verboten-werden